Literatur- und Wissensgeschichte kleiner Formen

DFG-Graduiertenkolleg 2190

Chiara Sartor

Chiara Sartor

Kurzvita

2021 Humboldt Research Track Scholarship

2021 M.A. Romanische Kulturen

2020 M.A. Euromaster für Französische und Frankophone Studien, Humboldt-Universität zu Berlin & Université Sorbonne-Nouvelle Paris 3

2016/17 Studienaufenthalt Université Jean Moulin Lyon 3

2017 B.A. Französisch / Philosophie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Kleine Literatur zwischen Avantgarde und Antipsychiatrie. Die Rezeption, Ausstellung und szenische Adaption von Art brut-Schriften seit 1960

Seit der Jahrtausendwende häufen sich im frankophonen Sprachraum Ausstellungen und Bühnenbearbeitungen schriftgraphischer Artefakte und Texte der umstrittenen Kunstströmung Art brut. Im Nachklang an den Mai 1968 grenzte ihr Theoretiker die écrits bruts vom elitären Feld der Literatur ab und charakterisierte ihre Autor*innen als sprachliche Anarchist*innen in einer logozentristischen Gesellschaft. Das Projekt geht der Frage nach, ob sich in aktuellen Präsentationskontexten Neudefinitionen ihres Verhältnisses zur ‚großen‘, kanonischen Literatur und ihres subversiven Potentials abzeichnen. Ausgehend von der Annahme, dass Art brut-Schriften als littérature mineure umso enger mit ‚großen‘ diskursiven Konstellationen verwoben sind, sollen zunächst Para- und Metatexte von 1960-80 auf Einflüsse und Rezeptionsverhältnisse mit dem genieästhetischen Diskurs der Romantik, kulturrevolutionären und medienhybridisierenden Bestrebungen der Avantgarden, poststrukturalistischen Literatur- und Schreibkonzepten und der Antipsychiatrie-Bewegung untersucht werden. Davon ausgehend wendet sich das Projekt anhand von Einzelstudien Ausstellungen und Inszenierungen seit 2000 zu.

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