Literatur- und Wissensgeschichte kleiner Formen

DFG-Graduiertenkolleg 2190

Stephan Strunz

Stephan Strunz

Kurzvita

2017 M.A. Kulturwissenschaft, Humboldt-Universität zu Berlin

2015 University of Edinburgh, Schottland

2014 B.A. Regionalstudien Asien/Afrika / Soziologie, Humboldt-Universität zu Berlin

2012/13 Jawaharlal Nehru University, Neu Delhi

‚Lebensfassung‘ Lebenslauf – Konstitutionsgeschichte einer epischen Kleinform im Kontext des Berliner Wissenschafts- und Verwaltungsbetriebs 1790–1840

Das Projekt untersucht die mediatisierende und agentielle Rolle der kleinen Form ‚Lebenslauf‘ im Berliner Wissenschafts-, Bildungs- und Verwaltungswesen zwischen 1790 und 1840, ihr Verhältnis zu übergeordneten Wissensfeldern und den aus der Kleinform resultierenden Ökonomisierungsgeboten sowie ihre ökologische Einbettung. Der Lebenslauf komprimiert und verkürzt das Leben seiner Träger auf wenigen Seiten und schafft so eine generalisierte Les- und Vergleichbarkeit. Aus ökologischer Perspektive tritt er meist im Verbund größerer lebensbuchhalterischer Sammlungen auf, die andere bürokratische Formen wie Zeugnisse, Referenzen und Bescheinigungen mit einschließen. Seine Ästhetik ist relativ strikt und formalisiert, gleichzeitig aber auch von rhetorischen Figuren aus der literarischen Großform Biographie geprägt. Im Zentrum der Untersuchung stehen Lebensläufe von Personen aus dem Berliner Universitätsbetrieb (Studierende, Privatdozierende, Professoren) und dem preußischen Beamtentum (u.a. Kanzleigehilfen, Calculatoren, Sekretäre).

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