Literatur- und Wissensgeschichte kleiner Formen

DFG-Graduiertenkolleg 2190

Elisabeth Rudolph

Elisabeth Rudolph

Kurzvita

2019/20 DAAD-Sprachassistenz Universität Salamanca (Spanien)

2019 M.A. Romanische Kulturen, Humboldt-Universität zu Berlin

2017/18 Goethe-Institut Karaganda (Kasachstan)

2015 B.A. Philosophie / Spanische Philologie, Universität Potsdam

seit 2014 Mitarbeit im Herausgeberkollegium der Arbeitsstelle Grimm-Briefwechsel

2010/11 Universität Santiago de Compostela (Spanien)

Der Leser in der Korrekturschleife: Frühe Entwicklungen von Druckfehlerlisten im wissensgeschichtlichen Kontext

Das Projekt untersucht den Umgang mit Druckfehlern vor dem Hintergrund des medienhistorischen Paradigmenwechsels in der Inkunabelzeit. Während Manuskripte nur ein kleines, gelehrtes Publikum erreichen konnten, verbreiteten sich Wiegendrucke innerhalb kurzer Zeit unter einer weitaus größeren und weniger erfahrenen Leserschaft. Umso gravierendere Folgen konnten sinnentstellende Druckfehler haben, die etwa aus einem Heilkraut ein Gift, aus einem Eheversprechen einen Ehebruch oder aus Jesus Judas machten. So sind Erratalisten als Texte zu lesen, in denen ein letzter Versuch unternommen wird, fachliche Inhalte zu moderieren und Ordnung zu schaffen. Betrachtet man alternative Möglichkeiten der Textkorrektur, etwa erneutes Setzen einzelner Bogen, Abkratzen und Überschreiben bzw. Überkleben einzelner Wörter, dann bestätigt sich die Annahme, dass die Beifügung eines Erratablattes nicht zuletzt ökonomischen Überlegungen unterliegt. Das Projekt betrachtet anhand dieser und weiterer Aspekte das mit der Inkunabelzeit aufkommende Genre der Druckfehlerliste im deutschsprachigen Raum.

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