Caroline Adler

Caroline Adler

Kurzvita

2018–2020 Projektassistenz und -koordination, Haus der Kulturen der Welt (HKW), Berlin

2019 Humboldt Research Track Scholarship

2018 M.A. Kulturwissenschaft, Humboldt-Universität zu Berlin

2014/15 Contemporary Art Theory, Goldsmiths College, University of London

2012 B.A. Kulturwissenschaft / Philosophie, Humboldt-Universität zu Berlin

Seit 2019 Teil des Kollektivs diffrakt | zentrum für theoretische peripherie

Publikationen

„Neu gesehene Menschenfiguren” Walter Benjamins Russland-Artikel in der Literarischen Welt 1927, in: Von der Anekdote zum Hashtag. Das Politische kleiner Formen seit 1800, hrsg. von Lea Liese und Yashar Mohagheghi, Berlin/Boston 2023. [im Erscheinen]

‘Countless Constellations’ – Walter Benjamin’s Moscow Literarization, in: Another Revolution. Building Modern Worlds, hrsg. von Monica Bravo und Florian Grosser, Baltimore 2023. [im Erscheinen]

[mit Maddalena Casarini und Daphne Weber] Kleinformate im Umbruch. Einleitung, in: Kleinformate im Umbruch. Mobile Medien für Widerstand und Kooperation (1918–1933), hrsg. von Caroline Adler, Maddalena Casarini und Daphne Weber, Berlin/Boston 2023, 1–12. Abrufbar unter: https://doi.org/10.1515/9783111003009-001.

Kleinformate im Umbruch. Mobile Medien für Widerstand und Kooperation (1918–1933), hrsg. von Caroline Adler, Maddalena Casarini und Daphne Weber, Berlin/Boston 2023 (= Reihe minima, Bd. 8). Abrufbar unter: https://doi.org/10.1515/9783111003009.

[mit Sophia Buck] Walter Benjamin in the East. Networks, Conflicts, and Reception (Conference Report), in: Journal of the History of Ideas Blog, 5. Dezember 2022. Abrufbar unter: https://jhiblog.org/2022/12/05/walter-benjamin-in-the-east-networks-conflicts-and-reception/.

Buchbesprechung. Dance of Values, in: Zeitschrift für Medienwissenschaft (online), 30. Mai 2021. Abrufbar unter: https://zfmedienwissenschaft.de/online/besprechung/dance-values.

Walter Benjamin’s antifascist education. From riddles to radio, in: Contemp Polit Theory (2021). Abrufbar unter: https://doi.org/10.1057/s41296-021-00507-8 .

[mit Eylem Sengezer], Poröse Stadt. Grenzgänge des Urbanen, in: taz Berlin, 28. August 2020, Son­derdruck.

„Anschaulich, nicht theoretisch bereichert“. Walter Benjamins Moskau-Aufsatz, in: Material und Begriff. Arbeitsverfahren und theoretische Beziehungen Walter Benjamins, hg. von Frank Voigt, Nikos Papadakis, Jan Loheit und Konstantin Baehrens, Hamburg 2019.

Vorträge

[mit Sophia Buck] ‚Abschüssige Straßen des Grams, aufsteigende Pfade der Revolte’ – Benjamin und Lukács um 1923, Tagung der Hellen Panke, RLS und ZfL „1923 – Sattelzeit der Revolution”, Leibniz-Zentrum für Kultur- und Literaturforschung ZfL, Berlin, 20.10.2023.

„…ehemals gesicherte Begriffe von Gerechtigkeit”. „Drei Bücher [des Heute]” und die Krisis der europäischen Intelligenz, International Walter Benjamin Conference „Politics of Justice: Text, Image, and Practice” in der Sektion „Justice & Crisis”, SWPS Universität Warschau, 29.09.2023.

„Es gibt viele Arten neue Grenzen zu errichten“ – Steyerl/Benjamin und die leere Mitte, Workshop „Wohnen in der leeren Mitte, Baustelle Brecht/Müller“, Literaturforum im Brecht-Haus, Berlin, 03.12.2021.

 „Neu gesehene Menschenfiguren“ – Walter Benjamins Russland-Berichte in der Literarischen Welt 1927, Tagung „Von der Anekdote zum Hashtag. Perspektiven auf die politische Kommunikation kleiner (literarischer) Formen“, Deutsches Seminar der Universität Basel in Kooperation mit dem Institut für Germanistische und Allgemeine Literaturwissenschaft der RWTH Aachen, 26.06.2021.

“A Turning Point in Historical Events” – Walter Benjamin’s decisive Moscow Montage, 52nd and 1st Virtual Convention of the Northeast Modern Language Association (NeMLA) in der Sektion “Writing in Crisis: The Literature of the 1920s”, 12.03.2021.

Unlearning Contemporary Curating, gemeinsam mit Olga von Schubert (HKW), Gastvortrag im Rahmen des Master-Studiengangs „Curating“, Aarhus University, Neue Gesellschaft für Bildende Kunst nGBK, Berlin, 02.02.2019.

„[…] daß jede prinzipielle allgemeine Untersuchung sofort wieder einen ihr eigenen Gegenstand findet“: Literarische Methode in Walter Benjamins Moskau-Aufsatz, International Walter Benjamin Conference „Walter Benjamins Methoden. Das Vermächtnis der Frankfurter Schule im heutigen Kontext” in der Sektion „Benjamins Schriften: Methodik, Archiv, Edition“, University of Oxford, 25.09.2017.

„Das Kreatürliche gerade dadurch sprechen zu lassen“. Benjamins Moskau-Essay im Kontext der Zeitschrift „Die Kreatur“, Workshop „Material und Begriff. Arbeitsverfahren und theoretische Beziehungen Walter Benjamins“, Leibniz-Zentrum für Kultur- und Literaturforschung, Berlin, 25.03.2017.

Benjamins Figur des Sammlers und der Engel der Geschichte, Klee/Benjamin-Studientag anlässlich der Ausstellung „L’Ironie à L’Ouevre“, Deutsches Forum für Kunstgeschichte / Centre Pompidou, Paris, 17.05.2016.

Lehre / organisierte Workshops & Konferenzen

Workshops/Konferenzen

07.07.–09.07.2022: Organisation und Ausrichtung der Internationalen Konferenz Walter Benjamin in the East – Networks, Conflicts, and Reception, gemeinsam mit Sophia Buck (Oxford/ZfL)
Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Berlin
Gefördert durch OX/BER Research Partnership, ZfL Berlin und GRK Kulturtransfer und ‚kulturelle Identität‘

16.09.–18.09.2021: Organisation und Ausrichtung des Workshops Krise und Kleinformat. Von der Institutionskritik zur politischen Mobilisierung (1918—1933), gemeinsam mit Maddalena Casarini und Daphne Weber
Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Deutsche Literatur

 

Lehre

WiSe 2021/2022

Kritik des Ausstellens. Seminar (B.A.)
Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Kulturwissenschaft

SoSe 2015–SoSe 2016  

Raumgewordene Vergangenheit – Walter Benjamins „Berliner Kindheit um neunzehnhundert“. Projekttutorium (B.A./M.A.), gemeinsam mit Monique Ulrich (HGB Leipzig)
Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Kulturwissenschaft

SoSe 2013–WiSe 2014/2015

Einführung in das Wissenschaftliche Arbeiten. Lehre Tutorien (B.A.)
Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Kulturwissenschaft

 

Sitzungsleitung

19.11.2020: Interaktives Seminar Poröse Stadt im Rahmen der interdisziplinären Praxis-Laboratorien (B.A./M.A.)
Technische Universität Berlin, Institut für Architektur, Chair of Urban Design

10.10.2020: Weiterbildung Kuratieren
Universität der Künste Berlin, Berlin Career College

07.07.2020: Städtebilder, Denkbilder, Dialektische Bilder
Seminar (M.A.) Denken in Bildern. Warburg, Benjamin & Co, Leitung: Dr. Holger Brohm
Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Kulturwissenschaft

11.04.2019: Seminar Porous Thinking. Walter Benjamin in Naples, gemeinsam mit Eylem Sengezer im Rahmen der interdisziplinären Seminarreihe “Borderscapes” des Centro Studi Postcoloniali e di Genere in Kooperation mit dem Goethe Institut Neapel
Università degli Studi di Napoli “L’Orientale”, Neapel

 

Mitgliedschaften

International Walter Benjamin Society

Walter Benjamin Research Collective (WBRC)

Walter Benjamins „Moskau“. Literarisierungen der Lebenswelt

Im Mittelpunkt des mit „summa cum laude“ abgeschlossenen Dissertationsprojekts steht Walter Benjamins Aufsatz „Moskau“ (1927), den der deutsch-jüdische Autor und Kritiker für das ökumenische Journal Die Kreatur nach seiner Reise in die Hauptstadt der jungen Sowjetunion im Winter 1926/27 schrieb.

Ausgehend von einer konflikthaften Editions- und Rezeptionsgeschichte, in der „Moskau“ vor allem als anschauliches ‚Städtebild‘ rezipiert und die Aufmerksamkeit oft zugunsten des von intimen Geständnissen und politischer Positionsbestimmung geprägten, auf der Reise geführten Moskauer Tagebuchs vernachlässigt wird, leistet die Arbeit eine detaillierte Materialanalyse und Lektüre von „Moskau“ als Form einer Literarisierung sowjetischer Lebenswelt. Im Zentrum der Analyse stehen dabei sowohl das Darstellungsverfahren der Konstruktion vom Moskauer Tagebuch hin zur literarischen Form(ierung) des Aufsatzes selbst, als auch eine Bewertung dieses Schreibexperiments im Verhältnis zum „unaufhörlichen Organisationswandel“ (Benjamin) der Sowjetunion 1926/27 – nur wenige Jahre nach Lenins Tod und geprägt von Spannungen im öffentlichen Leben, die eine kritische Reflexion auf die (eigene) Rolle der freien Intelligenz nach sich zogen.

Die Dissertation stützt sich dabei auf den zuletzt erschienenen Band 14 der Kritischen Gesamtausgabe Werke und Nachlaß Walter Benjamins, der bislang unedierte Stichwortlisten, Entwürfe und Fassungen zum Aufsatz „Moskau“ umfasst und so einen umfassenden Einblick in Walter Benjamins Arbeitsprozesse bietet. Diese Materialien bilden die Grundlage für eine ausführliche Materialanalyse, die darauf abzielt, die textliche Gestaltung und ästhetischen Techniken, die Benjamin in „Moskau“ anwendet, näher zu beleuchten und kritisch zu bewerten, was ihm ausgehend von seinen im Tagebuch dokumentierten Erfahrungen darstell- und mitteilbar schien.
Im Anschluss wird „Moskau“ mit weiteren publizistischen Projekten, die Benjamin im Kontext seiner Moskau-Reise aufnahm, kontrastiert. Es wird gezeigt, wie seine journalistische Produktion mit den Anforderungen und Erwartungen der verschiedenen publizistischen Medien, für die er Aufträge erhielt, kollidierte. Dass diese – teilweise auch gescheiterten – Projekte gleichfalls von einem werkgeschichtlich produktiven Aushandlungsprozess zwischen eigener Erfahrung und öffentlicher Positionierung im Kontext seiner Auseinandersetzung mit der sowjetischen Lebenswelt zeugen, zeigt die vorliegende Untersuchung.

Walter Benjamin’s “Moscow”. Literarization of Lifeworlds

The focus of this dissertation project (completed with “summa cum laude”) is Walter Benjamin‘s essay “Moscow” (1927), which the German-Jewish author and critic wrote for the ecumenical journal Die Kreatur after his trip to the capital of the young Soviet Union in the winter of 1926/27. Starting from a conflict-ridden history of the edition and reception, which understands “Moscow” primarily as a vivid “cityscape” and has often neglected the attention in favor of the Moscow diary written during the journey, which is characterized by intimate confessions and political positioning, the dissertation provides a detailed material analysis and reading of “Moscow” as a form of a literarization of the Soviet world (Lebenswelt).

The focus lies both on the process of literary construction – departing from the Moscow Diary towards the literary form(ation) of the essay itself – and on an evaluation of this writing experiment in relation to the “incessant organizational change” (Benjamin) of the Soviet Union in 1926/27 – just a few years after Lenin’s death and marked by tensions in public life that encouraged a critical reflection on the role of the free intelligentsia.

The dissertation draws on the recently published volume 14 of the Critical Edition of the Werke und Nachlaß of Walter Benjamin, which includes previously unedited lists, drafts, and versions of the essay “Moscow” and thus offers a comprehensive insight into Walter Benjamin’s work processes. These materials form the basis for a detailed material analysis that aims to shed light on the textual design and aesthetic techniques that Benjamin uses in “Moscow” and to critically evaluate what he, based on his experiences documented in his diary, deemed presentable and communicable.

Subsequently, “Moscow” is contrasted with other journalistic projects that Benjamin undertook in the context of his trip to Moscow. It will be shown how his journalistic production collided with the demands and expectations of the various media outlets for which he received assignments. The present study shows that these projects (some of which also failed) also bear witness to a productive process of negotiation between his own experience and his public positioning in the context of his engagement with the Soviet world.

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