Literatur- und Wissensgeschichte kleiner Formen

DFG-Graduiertenkolleg 2190

Lara Helder

Lara Helder

Kurzvita

2020 M.A. Europäische Literaturen, Humboldt-Universität zu Berlin

2016 B.A. Dt. Sprach- und Literaturwissenschaft / Geschichte, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Publikationen

Aufsätze

Die Transformation von Ovids Metamorphosen im Ovide moralisé. Der mythologische Diskurs im Mittelalter als abstrahierende Lesart, in: eisodos. Zeitschrift für Literatur und Theorie 1/2018, Frühling, 14–26.

Rezensionen

Rez. Clare Pettitt: Serial Forms. The Unfinished Project of Modernity, 1815-1848. Oxford 2020, in: ZfGerm 2/2022 [i. Ersch.].

Audiobeiträge

Interview mit Carlos Spoerhase und Claus Pias, gemeinsam mit Darja Benert, in: microform. Der Podcast des Graduiertenkollegs „Literatur- und Wissensgeschichte kleiner Formen“, abrufbar unter: http://www.kleine-formen.de/skalieren-als-chance-zur-transdisziplinaeren-zusammenarbeit-ein-literatur-und-medienwissenschaftliches-doppelinterview/, Berlin 2021.

Interview mit Johann Hinrich Claussen, in: microform. Der Podcast des Graduiertenkollegs „Literatur- und Wissensgeschichte kleiner Formen“, abrufbar unter: http://www.kleine-formen.de/interview-mit-johann-hinrich-claussen/, Berlin 2021.

,Vor dem Werk‘. Ästhetik und Ökonomie von Teil und Ganzem im 18. Jahrhundert

Das Dissertationsprojekt nimmt aus literatur- und buchwissenschaftlicher Perspektive das medial-ökonomische Phänomen der ,Episodizität‘ literarischer Texte vor der Werkvollendung in den Blick. Genauer: Sie beschäftigt sich mit den kleinteiligen und gestaffelten Schreib-, Publikations- und Rezeptionspraktiken im publizistischen und buchhändlerischen Kontext, die sich in Deutschland im 18. Jahrhundert ausbildeten. Zeitgenössisch prägten ästhetische Ganzheitsvorstellungen den literarischen Diskurs und weder die Praxis des Vorabdrucks in Zeitschriften noch eine unmittelbare, gestückelte Distribution waren selbstverständlich. Sie bildeten sich jeweils erst mit dem entstehenden literarischen Markt nach dem trial and error-Prinzip aus und orientierten sich dabei auch an den gewagten Selbstverlags- und Subskriptionsprojekten des angelsächsischen Buchmarkts.

Ziel des Projekts ist es unter anderem, solche Prozesse der Marktpositionierung exemplarisch an Klopstock und Schiller zu rekonstruieren und aufzudecken, welche vertrauensbildenden Strategien in der Kommunikation zwischen Autor, Verleger, Publikum und literarischer Kritik entwickelt wurden, um Literatur in einer zerstückelten Form in Zeitschriften wie der (Rheinischen) Thalia zu publizieren oder direkt, beispielsweise über das Verfahren der Subskription zu verkaufen. Da Literatur in solchen Kontexten verstärkt in ihrem Doppelcharakter – als Gegenstand der Ästhetik und als Ware – wahrzunehmen ist, werden zentrale literaturwissenschaftliche Kategorien wie ,Autor‘, ,Werk‘ oder ,Gattung‘ zur Disposition gestellt; beziehungsweise von den Autoren im werkpolitischen Sinn flexibilisiert. Mit einem praxeologischen Zugang versucht das Dissertationsprojekt hierauf zu reagieren und unterhalb solcher ,großen Begriffe‘ anzusetzen.

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