Marie Czarnikow

Kurzvita
seit 2025 Leitung Stadtteilbibliothek Altglienicke + Leitung Programmarbeit Erwachsene der Stadtbibliothek Treptow-Köpenick
2020–2022 wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Stiftung Deutsches Historisches Museum Berlin (Ausstellungsprojekt „Staatsbürgerschaften. Kämpfe um politische Zugehörigkeit in Frankreich, Deutschland und Polen im 19. und 20. Jahrhundert“)
2017–2020 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Graduiertenkolleg Literatur- und Wissensgeschichte kleiner Formen, Redakteurin des Podcasts microform
2016–2017 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Juniorprofessur Europäische Medienkultur, Bauhaus-Universität Weimar
2015 M.A. Kulturwissenschaftliche Medienforschung (mit Auszeichnung), Bauhaus-Universität Weimar
2013–2014 European Studies, Jagiellonen-Universität Krakau
2012 B.A. Europäische Medienkultur, Bauhaus-Universität Weimar
2012 Licence Information-Communication, Université Lumière Lyon 2
Publikationen
Monografien
Diaristik im Ersten Weltkrieg. Zwischen Alltagspragmatik und Privathistoriographie. Berlin/Boston: De Gruyter 2022.
Aufsätze
Visualising the First World War in Diaries – Perspectives from German pupils’ notebooks, 1914-1918, in: European Journal of Life Writing 2026 (im Erscheinen).
Doing emotions as a social practice in women’s diaries in the first half of the 20th century. Three exemplary approaches in the context of gender, class and race, in: European Journal of Life Writing 2026 (zus. m. T. Malice und S. Wehren, im Erscheinen).
Auf dem Weg zum Dokument des Weltkrieges. Paper technologies und Diaristik 1914–1918, in: Marion Biet, Jana Hecktor, Vanessa Klomfaß, Tilman Richter und Julia Schade (Hg.): Dokumentwerden. Zeitlichkeit. Arbeit. Materialisierung, Transcript, Bielefeld 2024.
Umpragmatisierung durch Verkleinerung. Die Genese des Kriegstagebuchs zu dem Weltkriege 1914, in: Verkleinerung. Epistemologie und Literaturgeschichte kleiner Formen, hg. von Maren Jäger, Ethel Matala de Mazza und Joseph Vogl, Berlin/Boston 2021, 141–156. DOI: https://doi.org/10.1515/ 9783110612394
„Nun will ich eben eine Zeitungsmeldung hier verewigen.“ Kriegstagebücher als Sammelformen disparater Kriegserfahrungen, in: Zwischen Dokument und Fiktion – Kriegserfahrungen und literarische Formen im 20. Jahrhundert, hg. von Matthias Aumüller, Carolin Reimann und Johanna Wildenauer im Auftrag der Hans-Fallada-Gesellschaft e.V. Carwitz, Berlin 2021 (= Hans-Fallada-Jahrbuch Nr. 8), 112-136.
Audiobeiträge
Dreiteiliges Feature zum Thema Das Geschlecht der kleinen Form für den Podcast microform (Veröffentlichung 12/2023, zus. m. F. Gilly), abrufbar unter:
Intro: An einem brütend heißen Tag im Sommer 2018 – Intro zum Dreiteiler „Gender und kleine Formen“, abrufbar unter: https://www.kleine-formen.de/feature-gender-und-kleine-formen-intro/.
Teil 1: Über alte Männer, die Aphorismen schreiben, und deren süße Rache in Form des Klatsches, abrufbar unter: https://www.kleine-formen.de/feature-gender-und-kleine-formen-1/.
Teil 2: Die Gartenlaube entdeckt ihre Leserinnen und: Wie eine Kontaktanzeige zur Keimzelle von Westberlins Lesben-Bewegung wurde, abrufbar unter: https://www.kleine-formen.de/gender-und-kleine-formen-2/.
Teil 3: „Women’s books should be shorter, more concentrated” (Virginia Woolf) – Kurzprosa von Frauen (zus. m. Marília Jöhnk, Maddalena Casarini und Lara Helder), abrufbar unter: https://www.kleine-formen.de/gender-und-kleine-formen-3/.
[mit Steffen Bodenmiller und Florenz Gilly] Wie man einen geplatzten Granatapfel wieder zusammensetzt [Bericht zur Tagung „kleiner werden. Verfahren und Techniken der Ökonomisierung kleiner Formen“, 28.-31. Januar 2019, Humboldt-Universität zu Berlin], in: microform. Der Podcast des Graduiertenkollegs „Literatur- und Wissensgeschichte kleiner Formen“, abrufbar unter: www.kleine-formen.de/granatapfel, Berlin 2019.
Interview mit Lothar Müller, in: microform. Der Podcast des Graduiertenkollegs „Literatur- und Wissensgeschichte kleiner Formen“, abrufbar unter: www.kleine-formen.de/interview-mit-lothar-mueller, Berlin 2019.
Interview mit Anke te Heesen, in: microform. Der Podcast des Graduiertenkollegs „Literatur- und Wissensgeschichte kleiner Formen“, abrufbar unter: www.kleine-formen.de/interview-mit-anke-te-heesen, Berlin 2018.
[mit Jasper Schagerl, Stephan Strunz und Noah Willumsen], Reformationen revolutionären Wissens 1517–1917, in: microform. Der Podcast des Graduiertenkollegs „Literatur- und Wissensgeschichte kleiner Formen“, abrufbar unter www.kleine-formen.de/feature-reformationen-revolutionaeren-wissens-1517-1917/, Berlin 2018.
Tagebuch, in: Enzyklopädie der kleinen Formen [Audio-Enzyklopädie des Podcasts microform], abrufbar unter: www.kleine-formen.de/enzyklopaedie-tagebuch, Berlin 2018.
Kleines Tagebuch – Großer Krieg. Diaristik im Ersten Weltkrieg zwischen Alltagspragmatik und Privathistoriographie
Im Zentrum der Studie stehen die mit der Schreib- und Sammelkonjunktur des Ersten Weltkriegs einhergehenden diaristischen Praktiken und Formen. Diese untersuche ich anhand von größtenteils unveröffentlichten Tagebüchern von Kindern, Zivilistinnen und Soldaten auf typischen Schauplätzen des Schreibens – zwischen Schützengraben und Hinterland, in der Kriegsschule oder unter deutscher Besatzung in Frankreich. Die praxeologischen Analysen rücken die individuellen Gebrauchsroutinen ins Zentrum und verorten die Funktion der diaristischen Praxis zwischen den Polen der Alltagspragmatik und Privathistoriographie. Dabei zeige ich, wie das Führen eines Kriegstagebuchs über Verfahren der Verkleinerung – seien es kurze Notate im Feld oder Zeitungsausschnitte in der Heimat – versucht, den überwältigenden Krieg erfahr- und handhabbar zu machen. Die dabei entstehenden Tagebuchgeschichten des Krieges zeichnen sich durch ein Spannungsverhältnis aus Aktualitätsbewältigung und einer frühen Form der Zeitzeugenschaft aus; ihre Ereignisdramaturgien des Ersten Weltkriegs stellen unserem entfernten Blick auf den Krieg eine kleine Zeitgeschichte aus der Nahsicht entgegen.